Weihnachten nervt mich schon seit vier Monaten!
Jedes Jahr das gleiche Spiel - und jedes Jahr wird es schlimmer und schlimmer! Wie sollte dies auch anders sein, denn selbst wenn man schon gegen Ende August in seinen stinknormalen Supermarkt stolpert (um sein Salz und Brot zu kaufen), so empfangen einen die blinkenden Leuchtreklamen, welche darauf hinweisen, dass in knapp vier Monaten Weihnachten (und Neujahr) sein wird. Dem nicht genug blinkt irgendwo eine lieblos (in "amerikanischer Manier"?) geschmückte "Weihnachtstanne" aus Kunstfasern - extra-robust für die kommenden Monate! In manch' anderem Fall ertönt fast zum gleichen Zeitpunkt schon das erste, kommerzielle Weihnachtslied über die ohnehin schon völlig überlasteten, akustischen Kauflust-Stimmungmacher. Die Abteilungen vor der Kasse schreien zudem verdächtig nach Lebkuchen und Schokolade... Mir persönlich ist das Weihnachtsfest schon lange vergangen! Jedenfalls nervt Weihnachten, mit dem ganzen Marketing-Gedöns im Hinterkopf, schon seit mindestens vier Monaten :sick: !!
Gnadenlos übertrieben mag diese Darstellung aus mancher Sicht vielleicht sein, doch ich werde sicherlich nicht der Einzige sein, der bald schon eine Antipathie gegenüber Weihnachten entwickelt. In vielen Fällen wissen die Kinder und Jugendlichen nicht einmal mehr, was Weihnachten eigentlich bedeutet (von den studierten [??] Marketing-Fritzen aus der Chefetage ohnehin mal abgesehen!)!. Aus Kinderaugen wohl leider viel zu oft geschildert: "An Weihnachten kriege ich ein großes Geschenk" oder "An Weihnachten findet bei uns die Bescherung statt und alle Verwandten werden da sein". So war auch das Fazit aus vielen Gesprächen, die ich in den letzten Tagen und Wochen geführt habe über dieses Thema.
Weihnachten als Marketing-Gag - keine wirkliche Neuigkeit, wenn man den kritischen Reihen einen Augenblinzel widmet. Wirkungsvoll scheint es aber noch heute zu sein... Viele Kinder und auch Jugendliche verbinden das weihnachtliche Fest mit einer großen Bescherung; und nicht selten einem größeren Geldsegen (aus der Unkreativität der Geschenk-Geber entsprungen...).
Nicht entgangen ist mir zu diesem Thema das offenbar erste "Stöckchen" dieses Jahres, welches von Christian in die Blogosphäre geworfen wurde, oder der Blog-Karneval von Frank zu der Frage: "Was bedeutet Weihnachten (noch) für Dich?". Unter den teilnehmenden Bloggern gibt es ja teilweise recht interessante Auffassungen von Weihnachten...
Nun ist bereits Weihnachten... und so will ich Folgendes auch nicht weiter vorenthalten:
Die Wahrheit über 'meine Weihnachten'
Traditionell wird bei uns das Weihnachtsfest im Kreise der engsten Familie gefeiert. So auch dieses Jahr - und ich finde dies gut so, selbst wenn ich nicht im Geringsten ein wehementer Verteidiger kirchlicher Werte sein dürfte. (Wenngleich es viele Werte und Traditionen der christlichen [und katholischen] Kirchen gibt, die durchaus der Würde berechtigt sind, gehöre ich doch zu den eher kritischen "Zuhörern" bzw. Beobachtern.) Weihnachten ist für mich ein Fest der Liebe, der Zugehörigkeit und der Geborgenheit - und nicht die Zelebration einer Schenk-Kultur!
Einen Weihnachtsbaum gibt es bei uns in der Familie, ja! Außer, dass dieser sehr schön aussehen kann, habe ich ihm nie eine besonders große Bedeutung zugemessen. Wie das der Rest meiner Familie sieht, weiss ich nicht. Dennoch liegt der Verdacht nahe, dass sich so manches Interesse eher der (kirchlichen) Musik zuwendet als einem Stück dekoriertem Holz!! Aus dieser Tradition wird auch regelmäßig (wenigstens zu großen, christlichen Festen) ein gemeinschaftlicher Gang zur Kirche vollbracht. Ob es die Kirche sein muss oder nicht - familiäre Traditionen finde ich sehr gut. Sei es bloß ein gutes Gespräch, sei es bloß eine Geste oder ein Zeichen! Vielleicht erfüllt der Weihnachtsbaum eines der besonderen Zeichen - die familiäre Zusammengehörigkeit! Egal, was ist. Die Frage, ob ich Weihnachten feiere, ob ich diese "Zuhause" verbringe oder unterwegs, dürfte damit hinreichend beantwortet sein.
Natürlich habe ich mir auch Gedanken über "Weihnachtsgeschenke" gemacht. In der heutigen Zeit scheint jedoch oftmals ein kommerzielles (und materiell wertvolles!) Geschenk 'wertvoller' als ein "Herzensgeschenk" zu sein! In meinem Falle werde ich meine Geschenke nach meiner althergebrachten Tradition fortführen: Sofern ich etwas materielles schenke, so hat dies rein symbolischen Charakter. Wünscht sich jemand nun einen "Porsche" von mir, armem Studenten, so werde ich, neben passenden Worten, (vielleicht) eine kleine Tafel Schweizer-Schokolade (schmeckt vorzüglich!!) schenken. Wünscht sich jemand etwas Nützliches/Brauchbares im Haushalt o.ä., so versuche ich meinen Möglichkeiten entsprechend eine geeignete Lösung zu finden. Wünscht sich hingegen jemand nichts, so werde ich Ihn oder Sie lediglich mit meinen Gedanken beschenken - doch sind diese nicht oftmals wertvoller als materielle Geschenke??
Pläne für das Weihnachtsessen gab es zahlreich im Vorfelde, denn ich bin ein relativ kreativer Mensch, wenngleich ich dies auch manchmal ungern zugebe und präsentiere. Leider habe ich einen ausgewachsenen Sternekoch in meiner Familie - aus diesem Grunde sind meine stümperhaften Vorstellungen ungenannt in der Gruft verkommen... ;) Spaß beiseite - das Kochen überlasse ich lieber meinem Bruderherz. Das kann er viel besser - auch kein Wunder, es ist sein Beruf! Das Weihnachtsessen gestern (am 25.12.) war auf jeden Fall wieder sehr lecker - vielleicht werde ich, sobald ich wieder in Konstanz bin und meinen PC zur Verfügung habe, das eine oder andere Foto von der (nun schon verspiesenen) Ente hochladen ;)
So viel mich Weihnachten in der Vorweihnachtszeit auch aufgeregt haben mag - letzten Endes sind es eben doch ganz schöne und ruhige Tage daheim bei der Familie, wo es beim guten Essen und einem guten Wein auch gerne mal zu einem ausgiebigeren Gespräch kommt. (In meinem Fall zum Glück ohne diesen ganzen 'Weihnachts-Wahnsinn', wie man ihn von den Kaufhäusern und Geschäften her kennt!) Heute, am 2. Weihnachtsfeiertag, besuche ich zusammen mit meiner ganzen Familie meine Großtante in der Westschweiz - auch eine der nun schon mehrere Jahre praktizierten 'Familientraditionen'...
In diesem Sinne wünsche ich hiermit auch noch allen treuen Lesern meines Blogs frohe (und vor allem geruhsame) Weihnachten!







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